Kategorie: Lokalpolitik, Pressebericht in den Weinheimer Nachrichten
Kinderbetreunung: In der Innenstadt sind Plätze knapp
Die GAL sieht bis zu 60 fehlende Plätze im Stadtgebiet / Verwaltung sieht keine Grundlage für diese Behauptung
Weinheim. Nachdem der GAL-Fraktion bekannt wurde, dass nun Zahlen vorliegen über Bedarf und Möglichkeiten der Kinderbetreuung, fragen GAL-Stadträtinnen beim Oberbürgermeister genauer nach. Denn wenn tatsächlich für deutlich mehr Kinder ein Krippen- oder Kindergartenplatz gesucht wird als Plätze in Weinheim oder den Ortsteilen vorhanden sind, liege Handlungsbedarf vor. Die GAL spricht in einer Pressemitteilung von bis zu 60 fehlenden Plätzen. Eine Zahl, die laut städtischem Fachamt "ohne jede Grundlage" ist, wie eine Anfrage der WN ergab.
Weinheim habe einen Ruf zu verlieren als familienfreundliche Stadt, wenn der Engpass tatsächlich groß sei, befürchtet Stadträtin Dr. Helene Eggert. Ein Mangel von womöglich 60 Platzen bei Krippen- und Kindergartenkindern sei nicht hinzunehmen, verdeutlicht Stadträtin Christine Münch. Sie weist auch darauf hin, dass die Zahlen inzwischen mit den kirchlichen Trägern abgeglichen sein dürften.
Der Oberbürgermeister wird laut GAL nun gebeten, baldmöglichst diese Zahlen bekannt zu geben. Und im Gemeinderat sei dann darüber zu beraten und abzustimmen, wie mit dem derzeitigen Engpass umgegangen wird. Auch um die weitere Zukunft sorgt sich die GAL-Fraktion. Denn sie geht davon aus, dass der erhöhte Bedarf nicht nur einen vorübergehenden Engpass darstellt. Daher wird der Oberbürgermeister um Einschätzung gebeten, wie zukünftig mit diesem größeren Bedarf bei der Kinderbetreuung umzugehen sei. Schließlich, so die Fraktion abschließend in ihrer Pressemitteilung, legten alle Fraktionen und auch der Oberbürgermeister großen Wert auf eine gute Versorgung in der Kleinkinderbetreuung. Dem sei nun auch von Verwaltungsseite Rechnung zu tragen. Die Stadtverwaltung sah das Thema gestern ganz nüchtern: Bei den Krippen sei es bekannt, dass die Nachfrage nach Krippenplätzen für U3-Kinder größer sei als das Angebot. Und das trotz der ersten kommunalen Krippe im Bürgerpark und privater Initiativen wie beispielsweise dem Verein "Postillion".
Eine erste spürbare Entlastung werde es nach der Sommerpause geben, wenn in Hohensachsen und in der Kindertagesstätte Kuhweid weitere kommunale Kinderkrippengruppen aufmachen. Weitere konfessionell Getragene folgen, zuerst die "Sonne". Bis 2013 plant die Stadt, die Betreuungsquote auf die gesetzlich geforderten 34 Prozent zu erhöhen. Dabei war bislang immer die Rede, dass diese Quote auch erfüllt wird.
Bei den Kindertagesstätten stimme es, dass Kindergartenplätze in der Innenstadt im Moment knapp geworden sind. Das liege aber auch daran, dass viele Kinder mehrfach angemeldet worden seien. Das Amt für Bildung- Sport- und Bäder stehe mit den konfessionellen Kindergärten derzeit in Kontakt, um Plätze sofort zu besetzen, die nach Mehrfachzusagen wieder frei werden.
Der Rechtsanspruch auf einen KiTa-Platz bestehe nicht in unmittelbarer Nähe zur Wohnanschrift. Einige Familien wurden daher schon auf freie Plätze in den Ortsteilen (beispielsweise Sulzbach und Hohensachsen) verwiesen.
Auf das gesamte Stadtgebiet gesehen gebe es nach aktuellem Stand ausreichend Plätze für die Kinder, die zu Beginn des neuen KiTa-Jahres drei Jahre alt werden. Beim "Wunschkindergarten", was Angebot und Öffnungszeiten angeht, bestehe allerdings unter Umständen eine Wartezeit. sf








